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Oliver Sacks: Drachen, Doppelgänger und Dämonen. 349 S., Rowohlt-Verlag, Reinbek 2013

 


In diesem Frühjahr sind zwei interessante Sachbücher mit neurologischen Fallgeschichten erschienen. Das erste vom inzwischen vermutlich weltbekannten Neurologen Oliver Sacks.

Mit Büchern wie "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" oder "Der einarmige Pianist" hat der amerikanische Professor sich in Deutschland eine große Fangemeinde erarbeitet. Auch in seinem neuen Buch "Drachen, Doppelgänger und Dämonen" versteht Sacks es medizinische Fakten über Halluzinationen und individuelle Schicksale auf spannende Weise zu verbinden. Er thematisiert das Charles-Bonnet-Syndrom, dass oft bei blinden Menschen ganz reale Halluzinationen von Menschenmengen hervorruft. Auch die vielfältigen Effekte von Migräneattacken und Epilepsien auf den menschlichen Wahrnehmungsapparat haben es ihm angetan. Ferner offenbart sich Oliver Sacks in seinem neuen Buch als Psychonaut, der über lange Zeit auf nicht ganz ungefährliche Art und Weise mit Drogen und Medikamenten experimentiert hat. So erzählt er ganz unaufgeregt unter anderem von einem voll durchlebten Delirium tremens in Folge von Absetzerscheinungen und von haarstreubenden Trips mit einem Parkinsonmedikament.

Mit diesen ganz persönlichen Episoden und den vielen individuellen Krankheitsgeschichten schafft der Autor es wieder einmal ein Sachbuch für alle zu schreiben ohne auf intelektuelle Schärfe zu verzichten. Sehr empfehlenswert!

Felix Ter-Nedden, Bonn      
März 2013

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Sacks: Drachen, Doppelgänger und Dämonen
Drachen, Doppelgänger und Dämonen

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