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Maurer, Konrad und Ulrike: Alzheimer. Das Leben eines Arztes und die Karriere einer Krankheit. München/Zürich 1998, Piper, 319 Seiten.


Die ganze westlich Welt spricht von "Alzheimer", jener unheilbaren Krankheit, an der so viele ältere Menschen leiden, ohne daran zu sterben. Weitgehend unbekannt ist dagegen der Arzt Alois Alzheimer, der die Krankheit zum ersten Mal beschrieb und die nach ihm benannt wurde. Der Neurologe Konrad Maurer und seine Frau Ulrike haben jetzt die erste Alzheimer-Biographie vorgelegt. Sie wurden zudem vom Pharmakonzern Eli Lilly beauftragt, die Renovierung des Geburtshauses von Alzheimer in Marktbreit/Franken und dessen Umgestaltung zu einem Tagungszentrum und Museum zu leiten.

Die Alzheimer-Krankheit kann jeden treffen, mit zunehmendem Alter und steigender Lebenserwartung wächst das Risiko. Sie forderte in den vergangenen Jahren prominente Opfer wie Rita Hayworth, Ronald Reagan und Herbert Wehner. Schätzungen zufolge leben allein in der Bundesrepublik eine Million Demenzkranke; die Alzheimer-Krankheit stellt davon mit etwa 60 Prozent die häufigste und schwerste Form des geistigen Verfalls dar. Die Patienten werden verwirrt und ängstlich und können sich nichts mehr merken.

Die Geschichte der Alzheimer-Erkrankung begann 1901, als der junge Arzt Alois Alzheimer die verwirrte 51jährige Auguste D. aus Frankfurt/Main behandelte und nach deren Tod 1906 ihr Gehirn sezierte. Es zeigte charakteristische Veränderungen, Eiweiß-Ablagerungen, die weite Areale der Hirnrinde "erdrosseln". Die Ursache dafür ist bis heute ungeklärt. Fieberhaft wird in aller Welt nach wirksamen Medikamenten geforscht.

1864 geboren, studierte Alzheimer Medizin und spezialisierte sich auf Neurologie. Er arbeitete in Würzburg, Frankfurt, Heidelberg und München mit bekannten Medizinern an berühmten Heilstätten zusammen, bis er 1912 eine eigene Professur in Breslau erhielt. 1915 starb er auf der Höhe seines Ruhms im Alter von nur 51 Jahren an einer Infektion, die das Herz angegriffen hatte. Seitdem die Bevölkerung älter wird und die Zahl der Demenzkranken zunimmt, ist der Name Alzheimer in die Umgangssprache eingegangen wie sonst kaum einer eines Mediziners.

PD Dr.Gerald Mackenthun, Berlin

September 1998 / ins Netz gestellt Juli 2012    email

 

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