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Rossmann, Eva: Ganz normale Frauen, 272 Seiten, Verlag Zsnolnay 1998

Was bitte ist eine normale Frau? An wenig spektakulären Frauenbiographien zeigt Frau Rossmann, ehemalige Verfassungsjuristin, daß es sie nicht gibt. Die reale Frau, ob nun lesbische Mutter oder 100-jährige Widerstandskämpferin der Dollfuß-Zeit oder Ehegefährtin eines Arztes; sie alle entsprechen nicht dem Klischee der Normfrau, ebenso wenig wie die Geschäftsfrau oder die 17-jährige Gymnasiastin. Frau Rossmann kann zeigen, daß die wirkliche Frau nur im Einzelfall, in der individuellen Lebensgestaltung zum Vorschein kommt. Noch immer gilt, daß in der Normvorstellung die Frau am Mann und seinen Vorstellungen gemessen wird. Sie soll immer noch das „zweite Geschlecht“ (Simone de Beauvoir) sein, „flexibel, verzeihend, sozial, intuitiv, treu, aber auch sinnlich“. Den Mann gibt es letztlich auch nicht und dennoch wird ein Bild der Frau normiert, in dem Eigenschaften erwartet werden, die im Normbild des Mannes keinen Platz haben.
Sind uns in der Psychotherapie die individuellen Ausprägungen von Frau und Mann vertraut, so muß dennoch immer wieder festgestellt werden, daß die konkreten Menschen von Normfestschreibungen sich plagen lassen, die sie oft genug aus den Medien entnehmen. Hier liegt also ein Medium vor, das mit diesen Klischees aufräumt, die reale Frau in vielen Facetten lesbar macht und damit allen Ratsuchenden in der Praxis empfohlen werden kann.

Dipl.-Psych. B.Kuck

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Rossmann
Ganz normale Frauen. 14 Porträts.


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