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Olbricht, Ingrid : Verborgene Quellen der Weiblichkeit, Stuttgart 1985, Kreuz Verlag, 200 Seiten

Sie prangen an allen Kiosken, sind Objekt der Begierde und sind doch selten zum Gegenstand lohnenswerter Reflexion geworden: Die Brüste der Frau. Es ist wohl wahrlich ein "enteignetes Organ". Wie die Frau im Patriarchat so manchen Platz räumen mußte, der Mann ihr sogar die Entscheidung über Geburt oder nicht abnehmen oder aufzwingen will, so hat man sie auch des Organs beraubt, das deutlichen Ausdruck von Weiblichkeit verleiht. Dabei braucht die weibliche Brust den Vergleich mit dem Penis des Mannes keineswegs zu scheuen.
Frau Olbricht sucht die Brust wieder den Frauen zurückzugeben, indem sie die Frau in der Entwicklung begleitet, wo die wachsende Brust noch heute viele Mädchen in Verzweiflung stürzt. Die Brust wird von allen Seiten genauer Betrachtung gewürdigt: Als sexuelles und mütterliches Organ; welche seelische Bedeutung hat die Brust für die Frau und was heißt es, eine oder gar beide Brüste zu verlieren? Das Buch schließt mit einer Betrachtung der symbolischen Bedeutung des Organs, was die Autorin zu Märchen und Mythen führt. Im ganzen ein empfehlenswertes Buch, das dem Phallozentrismus wieder etwas Terrain streitig macht.

Dipl.-Psych. B.Kuck

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Verborgene Quellen der Weiblichkeit.