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Josef Rattner, Gerhard Danzer: "Kunst und Krankheit in der Psychoanalyse", Quintessenz-Verlag, München 1993, 200 S., 68,00 Mark

Sigmund Freud hat mit der Psychoanalyse nicht nur den Grundstein zu einer neuen Krankheitslehre gelegt, sondern zugleich viele weitere Wissenschaften befruchtet, darunter die Kunstpsychologie und die Künstlerbiographik. Das Werk eines Künstlers aus seinem Leben zu begreifen ist eine gebräuchliche Methode geworden, wobei manchmal übertrieben wird und die Leistung hinter einer überbetonten Psychopathologie zu verschwinden droht.

Der Psychotherapeut Josef Rattner und der Arzt Gerhard Danzer, Autoren und Herausgeber von "Kunst und Krankheit in der Psychoanalyse", vermeiden diese Einseitigkeit. Anhand der Schriftsteller Oscar Wilde, Fjodor Dostojewski und Anton Tschechow, der Rodin-Schülerin Camille Claudel, des Dichters Rainer Maria Rilke sowie des Malers Paul Klee werden überzeugend die Wechselwirkungen zwischen körperlich-seelischer Verfassung, biographischen Ereignissen und künstlerischem Prozeß erläutert. Als Einleitung werden in einem längeren Essay Rattners Freud Beiträge zur Kunstpsychologie und zur Künstlerpathographie gewürdigt. Weitere Autoren sind der Arzt Alfred Levy und die Psychotherapeutin Irmgard Fuchs-Levy. Das gut verständliche Buch wird auch dem Laien wertvolle Anregungen zum Verständnis von Krankheit und Künstlertum geben.

Gerald Mackenthun, Berlin
(Februar 1994)

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